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Aktives Aktionärstum PDF Drucken E-Mail

Kirchen wollen sich engagieren.

Kirchliche Investoren möchten auch mit ihrem Kapitalvermögen für mehr soziale Gerechtigkeit eintreten. Dies ist das Fazit einer Studie, die das imug und das SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene am 22. Januar in Hannover den für das Projekt interviewten Experten vorstellten. Für die unter anderem von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland unterstützte Studie: „Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für ein Aktives Aktionärstum in Deutschland – Eine Machbarkeitsstudie“ befragten die Autorinnen Silke Riedel und Antje Schneeweiß dreißig Führungskräfte aus Banken, Landeskirchen, Diözesen und Stiftungen und fragten sie nach ihrer Bereitschaft, sich kritisch mit Unternehmen auseinanderzusetzen, deren Aktien sie besitzen. Viele der Interviewpartner sahen einen konkreten Handlungsbedarf und wollen besonders zu sozialen Themen mit Unternehmen ins Gespräch kommen. Zwei protestantische Landeskirchen lassen ihre Stimmrechte bereits von einer britischen Fondsgesellschaft ausüben, die von Unternehmen mehr Engagement im Hinblick auf eine verantwortliche Unternehmensführung, Umweltschutz und soziale Fairness verlangen.

Neben Kirchen sind es vor allem Stiftungen mit sozialen oder entwicklungspolitischen Förderzielen, die sich mit ihren Investitionen mehr engagieren wollen.

„In der Bundesrepublik ist diese Kultur des Aktiven Aktionärstums bisher noch wenig präsent“ sagte Antje Schneeweiß. „Große institutionelle Investoren investieren einen Großteil ihres Geldes in festverzinsliche Papiere, die nicht mit einem Stimmrecht verbunden sind. Außerdem sind Banken und Unternehmen hierzulande eng miteinander verflochten und der Spielraum für Kritik ist gering.

Silke Riedel fügt zur rechtlichen Situation hinzu: „Nach der Harmonisierung des Aktienrechts in der Europäischen Union steht rein rechtlich dem Aktiven Aktionärstum in Deutschland nichts mehr entgegen. Allerdings gibt es hierzulande noch keine Kultur einer Auseinandersetzung zwischen Aktionären und ihren Unternehmen. Wir möchten dies mit unserer Studie befördern.“

Die Studie beschreibt die drei bestehenden Grundformen aktiven Aktionärstums, die derzeit vor allem im europäischen Ausland und den USA angewendet werden, benennt ihre theoretischen Grundlagen, Instrumente und wichtigsten Akteure. Beispiele zeigen auf, was mit aktivem Aktionärstum bereits erreicht werden konnte, aber auch welche Grenzen diese Form der Unternehmenskritik hat.

Außerdem werden zwei Modelle entwickelt, wie sich besonders institutionelle Investoren in der Bundesrepublik organisieren können, um ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam als Aktionäre ihre Anliegen gegenüber bundesdeutschen Aktiengesellschaften vorzubringen.


 ImageAktives Aktionärstum: Kirchen wollen sich engagieren
Die Studie steht hier zum Download bereit.
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