Nachhaltigkeits-Europameisterschaft 2021

Wer wird Europameister 2021?

Eine Frage, die viele Fußballfans ab dem 10. Juni 2021 euphorisch werden lässt. Wir wollen dieses mediale Großereignis nutzen und dabei den Blickwinkel ändern: 

Welches der 24 Länder gewinnt, wenn es nicht um Tore, sondern um Korruption, Gleichstellung, Biodiversität und CO2-Emissionen geht? Wir spielen die NEM21 - die imug Nachhaltigkeits-Europameisterschaft.

 

Spätestens mit der WM in Russland vor drei Jahren, ist der Blick auf solch internationale Großereignisse etwas geschärft und mit Katar als Austragungsort 2022, sind Themen wie Menschenrechte und Fußball plötzlich untrennbar.

Wir lassen daher die 24 teilnehmenden Länder der Fußball-Europameisterschaft unter Nachhaltigkeitskriterien den Europameister ausspielen.   

Anstoß ist dabei zeitgleich mit dem Sportereignis am 11. Juni 2021 hier auf unserer Internetseite oder LinkedIn

Folgen Sie uns durch die einzelnen Spieltage der Gruppenphase über die K.o.-Phase bis hin zum Finale am 11. Juli. Und tippen Sie gerne mit:

Wer wird Nachhaltigkeitseuropameister 2021?

 

1. Platz

2. Platz

3. Platz

ESG-NEM21-Kriterien

Das Fußballspielen überlassen wir den Jungs auf dem Rasen und schauen auf das, mit dem wir uns auskennen: Nachhaltigkeit.

Bei der Nachhaltigkeits-Europameisterschaft zählen ESG-Kriterien statt Tore und es gewinnt das Land, das im jeweiligen Kriterium besser abschneidet als sein Gegner.


Regierungseffektivität
1. Gruppen-Spieltag

World Wide Governance Indicator for Government Effectiveness

Die Worldwide Governance Indicators (WGI) sind ein Forschungsdatensatz, der die Ansichten einer großen Anzahl von befragten Unternehmen, Bürgern und Experten in Industrie- und Entwicklungsländern über die Qualität der Regierungsführung zusammenfasst. Diese Daten werden von einer Reihe von Umfrageinstituten, Think Tanks, Nichtregierungsorganisationen, internationalen Organisationen und Firmen aus dem Privatsektor erhoben. Die Einschätzung der Governance reicht von etwa -2,5 (schwache) bis 2,5 (starke) Governance-Leistung.

Am ersten Spieltag der Gruppenphase zählt die Effektivität der Länder in Punkto staatliche Institutionen und Dienstleistungen. Der genutzte Indikator „Government Effectiveness“ der Worldwide Governance Indicator (WGI) spiegelt die Wahrnehmung der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen, der Qualität des öffentlichen Dienstes und den Grad seiner Unabhängigkeit von politischem Druck, die Qualität der Politikformulierung und -umsetzung sowie die Glaubwürdigkeit des Engagements der Regierung für diese Politik wider.


Korruption
2. Gruppen-Spieltag

Corruption Perceptions Index (CPI)

Zur Einschätzung zu Korruption wurde der CPI herangezogen. Der CPI stuft 180 Länder und Regionen anhand der von Experten und Geschäftsleuten wahrgenommenen Korruption in öffentlichen Institutionen. 0 markiert dabei das höchste zu erreichende Level an Korruption, wohingegen 100 das niedrigste markiert. Als Datenquellen dienen dafür 13 Erhebungen und Studien verschiedener internationaler Organisationen.


Pressefreiheit
3. Gruppen-Spieltag

Freedom of the Press Index

Freedom of the Press ist ein jährlich erscheinender Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Freedom House. Er misst das Ausmaß der Pressefreiheit und die editorielle Unabhängigkeit der Presse in Ländern und umstrittenen Gebieten der Welt. Der „Freedom of the Press“ Index weist jedem Land einen Platz im Ranking zu. Den Ländern wird ein Wert von 0 (am besten) bis 100 (am schlechtesten) zugewiesen, der aus einem Fragebogen mit 23 methodischen Fragen und 109 Indikatoren gewonnen wird. Diese Indikatoren lassen sich in drei Kategorien unterteilen: das rechtliche Umfeld, das politische Umfeld und das ökonomische Umfeld.


Gleichstellung
Achtelfinale

Gender Inequality Index (GII)

Der GII bezieht in seinen Betrachtungen zur Genderungleichheit drei Dimensionen der menschlichen Entwicklung ein: reproduktive Gesundheit (eine selbstbestimmte und sichere Reproduktion), Ermächtigung und ökonomischer Status.

Die Reproduktive Gesundheit wird mittels der Frauensterblichkeitsrate und der Geburtenrate bei Frauen zwischen 15 und 19 Jahren bestimmt. Unter die Dimension Ermächtigung fällt die Erhebung des Anteils parlamentarischer Sitze, ausgefüllt von Mandatsträgerinnen, und dem Anteil von Frauen im Alter von 25 Jahren oder älter mit wenigstens sekundärer Bildungsstufe. Der Anteil von Frauen am Arbeitsmarkt und deren Erwerbsquoten sind zentral für die Dimension ökonomischer Status.

Die genderbasierten Benachteiligungen wird dabei auf einer Skala von 0 – 1 dargestellt: 0 = Frauen und Männer sind vollkommen gleich / 1 = ein Geschlecht ist vollkommen benachteiligt


Biodiversität
Viertelfinale

Rote-Liste-Index

Der Rote-Liste-Index misst die Veränderung des aggregierten Aussterberisikos über Gruppen von Arten hinweg. Er basiert auf echten Veränderungen in der Anzahl der Arten in jeder Kategorie des Aussterberisikos auf der Roten Liste der IUCN für bedrohte Arten (IUCN 2015) und wird als Veränderungen in einem Index zwischen 0 und 1 ausgedrückt, wobei 0 den schlechtesten Wert und eins den besten darstellt.


CO2-Emissionen
Halbfinale

CO2-Emissionen

Für den Einzug ins EM-Finale werden die Pro-Kopf CO2-Emissionswerte der Länder verglichen. Finalisten sind die Ländern mit den besseren Werten. Die Daten basieren auf den Angaben der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) und des Ozon-Sekretariats beim UNEP (United Nations Environment Programme).


ESG-Rating
Finale

Das Finale wird durch den Gesamtscore im Staatenrating von V.E entschieden. In das Sovereign Sustainability Rating fließen über 170 Risiko- und Leistungsindikatoren ein, die 56 Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance abdecken. Dabei können auch Ausschlusskriterien wie bspw. Religionsfreiheit, Todesstrafe oder Höhe der Militärausgaben angewendet werden. Zudem erfolgt eine Zuordnung der Kriterien zu den UN Sustainable Development Goals.

Regierungs-
effektivität

Korruption

Pressefreiheit

Gleichstellung

Biodiversität

CO2-Emissionen

ESG-Rating


Das Finale der NEM21: Schweden als Titelverteidiger gegen Dänemark. Ganz Skandinavien fiebert für den einen oder anderen. Es geht um europäische Nachhaltigkeitstrophäe und was sollte da entscheidender sein als die Gesamtperformance? Der Gewinner der NEM21 muss in allen drei Bereichen überzeugen und das bessere ESG-Ratingergebnis aufweisen.

 

Die Highlights des Finalspiels

  • Nur fünf Indexpunkte trennen die beiden Länder über alle drei Bewertungsbereiche ESG hinweg.
  • Schweden erzielt im Umweltbereich mit 82 Indexpunkten gleich 11 mehr als Dänemark.
  • In Punkto Governance sind die Länder fast gleich auf: Schweden erzielt einen Wert von 93 und Dänemark von 92.
  • In den sozialen Aspekten liegt Dänemark mit 84 Indexpunkten knapp hinter den Schweden mit 87 Punkten.
  • Spiel auf hohem Niveau: Schweden und Dänemark belegen die Plätze 1 und 3 im Sovereign Sustainability Rating von V.E

 

Der ausführliche Spielbericht

Schweden überzeugte im gesamten Turnier, hatte noch kein Spiel verloren und bereits die letzte Nachhaltigkeits-EM gewonnen. Vor fünf Jahren noch gegen den Außenseiter aus Portugal stand dieses Mal mit Dänemark ein deutlich breiter aufgestelltes Team im Finale.

Die Stärken der Dänen zeigen sich insbesondere bei den Arbeitsbedingungen aller Beteiligten im Stab des Teams. Von den Köchen bis über die Athletiktrainer:innen hin zur eigens gewählten Spielervertretung, die Bedingungen sind absolut Erstklassig und ILO-Best-Practice. Zudem hat Dänemark schon vor der EM ein klares Commitment zur Prävention von Rassismus und Benachteiligung von Menschen mit Behinderung abgegeben. Was das Team, die Trainer:innen und Betreuer:innen zu einer wahren Einheit zusammengeschweißt hat. Das übertrug sich auch aufs Feld.

Schweden glänzt das gesamte Turnier über vor allem mit der Talentförderung. Die Investitionen in die eigene Jugend und die Ausbildung der Trainer:innen machte sich bezahlt und bemerkbar. Aber auch hier spürte man den guten Draht zwischen dem Coach und dem Team, die Interessensvertretung der Spieler führte zu einer hohen Zufriedenheit und Motivation, was ich in Laufbereitschaft und Teamgeist auf dem Platz umschlug.

Dieses Finale sollte besonders werden: die Fans (englische, schwedische und finnische) sangen beide Nationalhymnen lauthals mit und schwangen Regenbogenfahnen statt Nationalflaggen. Die Stimmung war euphorisch und energiegeladen.

Es trafen zwei ebenbürtige Teams aufeinander, die sich spielerisch fast eliminierten. Schweden hatte mit 67% den weit höheren Anteil am Ballbesitz, was an den vielen Kurzpässen im Mittelfeld lag, aus denen sich der Spielaufbau ergab. Dänemark setzte eher auf schnelle, lange Pässe über die Verteidigungsreihen der Schweden hinweg, um gefährlich vorm Tor zu werden. Doch auf beiden Seiten kam es zu keinen nennenswerten Torschüssen, da irgendwie immer ein Verteidiger den Fuß dazwischen hielt oder beherzt in die Flanke grätschte. Auffällig war die Fairness der Partie. Trotz der Wichtigkeit, korrigierte ein schwedischer Spieler sogar eine Schiedsrichterin-Entscheidung, was zu einer Ecke Dänemarks führte und mit Applaus der eigenen Fans quittiert wurde. Auch schienen die Spieler sich im Vorfeld darauf geeinigt zu haben, weder theatralisch nach Fouls über den Rasen zu rollen noch wild gestikulierend mit der Schiedsrichterin zu lamentieren. Für alle Zuschauer:innen eine Wohltat für’s Auge.

Nach gut 30 Minuten schienen sich beide Mannschaften eingespielt zu haben: genug mit dem Abtasten. Schweden fing an zu tricksen. Ein Abstoß des Torhüters wurde ausschließlich per Kopf bis in den Sechszehner der Dänen befördert, dann mit der Hacke zurückgelegt auf den Mittelfeldstürmer, der den Ball über die etwas verdutzte Abwehrreihe lupfte, sich selbst vorlegte und volley ins linke Eck schoss. Das Tor war so unglaublich herausgespielt, dass das gesamt Stadion Kopf stand.

Doch Dänemark reagierte eher trotzig als beeindruckt. Weit weniger galant, dafür höchst effizient, liefen die Dänen gegen die schwedische Verteidigung an. Immer wieder mit Doppelpässen über die beiden Außenspieler und zielgenauen Flanken in die Spitze. Zwei Torschüsse konnte der Keeper der Schweden noch parieren. Eine daraus resultierende kurzausgeführte Ecke, führte aber zum verdienten Ausgleich und Halbzeitstand.

In den zweiten 45 Minuten kam es fast alle fünf Minuten zu einer nennenswerten Torraumszene auf der einen oder anderen Seite. Die Zuschauer:innen kamen gar nicht mehr aus den „Ohhhhs“ und „Ahhhhhs“ raus. Zwei Mal Pfosten für Dänemark, ein Lattentreffer für die Schweden. Die immer besser werdenden Angriffe trafen auf noch bessere stehende Verteidigung. In der 72. Minute führte dann aber ein typisch schwedischer Angriff, bei dem jeder Spieler mindestens einmal den Ball berührte zum 2:1 Führungstreffer. Dabei hatte kein Spieler den Ball länger als drei Sekunden am Fuß: Kurzpass par excellence.

Dänemark versuchte die letzten 18 Minuten noch einmal alles. Wechselte gleich zwei frische Stürmer ein und ließ sogar den Torwart bei allen Standards mit nach vorne kommen. Doch es half am Ende nichts. Schweden gewinnt mit einem ESG-Score von 87 auch die NEM21 knapp aber verdient gegen Dänemark mit einem Score von 82 und bewies mit seiner Leistung, dass eine nachhaltige Aufstellung besonders auf lange Sicht zum Erfolg führt.

 

Die Ergebnisse im Überblick


Es wird spannend, die vier besten Länder der NEM21 stehen sich in den Halbfinalbegegnungen im Wembley Stadion gegenüber. Entscheidend für den Einzug ins Finale am Sonntag sind die CO2-Emissionen, die von der Nation pro Jahr in Tonnen pro Kopf ausgestoßen werden.

 

Die Highlights des Halbfinales

  • Belgien stößt mit 8,55 to CO2 pro Kopf und Jahr drei Tonnen mehr als die Dänen aus. Damit ist das Turnier für die Überraschungsmannschaft beendet.
  • Finnland weist zwar einen positiven Trend bei den CO2-Emissionen auf, aber auch Schweden hat sich in den letzten Jahren verbessert und zieht mit 4 Tonnen weniger pro Kopf und Jahr ins Finale ein.
  • Von allen EM-Teilnehmer hat die Schweiz mit 4,12 Tonnen den niedrigsten CO2-pro-Kopf Wert. Deutschlands Emissionen liegen bei 8,84 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr.
  • Luft nach oben: Alle EM-Länder sind mit ihren CO2-Emissionswerten weit entfernt von einer nachhaltigen Lebensweise. Um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, werden je nach Berechnung Richtwerte von ca. 2 Tonnen pro Kopf und Jahr zugrunde gelegt.

 

Die ausführlichen Spielberichte

In der ersten Partie der Halbfinalrunde treffen Dänemark und Belgien aufeinander. Hier herrschte im Vorfeld etwas dicke Luft bei den Roten Teufeln aus Belgien, da sich der Trainer auf einer Pressekonferenz ungemütliche Fragen zum Teambus anhören musste, der anderes als von den Dänen nicht auf E-Antrieb läuft. Doch auf dem Rasen drehte sich dann schnell alles ums Leder. Dänemark kam mit den wechselhaften Wetterverhältnissen von Wind und Sonne viel besser klar als die Belgier. Die Akkus wirkten wie aufgeladen: schneller Doppelpass im Mittelfeld, über Linksaußen, Flanke in die Spitze und direkt volley verwandelt. Wow, was für ein Treffer. Die Belgier waren von dieser Energiewende der Dänen völlig überrumpelt. Direkt nach dem Abstoß kam es zum Fehlpass, den die Dänen nutzten, um die belgische Abwehrreihe zu überlaufen und nach nur 20 Sekunden zum 2:0 zu erhöhen. Rauchend vor Wut, beschwerte sich der belgische Spielführer bei der Unparteiischen, er wolle eine Abseitsposition gesehen haben. Die Schiedsrichterin zeigte aber unbeirrt auf den Anstoßpunkt und es geht weiter. Halbzeit und Atempause für die Belgier. Doch auch im zweiten Abschnitt konnte Belgien die Kohlen nicht aus dem Feuer holen. Versuchte hier und da noch seine Abwehrschwäche zu kompensieren, kam aber auch zu keiner nennenswerten Torraumszene. Die Dänen spielten vielmehr mühelos die Zeit runter und zogen jubelnd in das NEM Finale 21 ein.

Die zweite Partie zwischen Schweden und Finnland wurde mit 30 Minuten Verspätung angepfiffen, da die finnischen Fans mit blauweißer Pyrotechnik das gesamte Wembley Station in Rauchwolken einhüllten. Der finnischen Mannschaft schien das Spektakel etwas unangenehm zu sein. Der Angriffsmotor stotterte vor sich hin. Die Abwehrreihen duckten sich vor ihrer Verantwortung und den schwedischen Flanken weg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das 1:0 kurz vor der Pause für Schweden fiel. Die Ansage in der Kabine vom finnischen Trainer war bis in die letzten Stadionreihen zu hören. So stürmten die Finnen sich quasi aus den Katakomben in den Sechzehner der Schweden. Doch gerade der schwedische Torwart behielt einen kühlen Kopf, rettete ein ums andere Mal auf der Torlinie und parierte in der 85. Minute sogar einen Handelfmeter. Die verpasste Chance auf den Ausgleich ließ die letzte Luft aus den Bemühungen der Finnen. Schweden spielte die letzten Minuten routiniert runter und unter tosendem Jubel geht der Traum von der Titelverteidigung der Schweden weiter.

 

Die Ergebnisse im Überblick


Die besten acht Teams der Nachhaltigkeits-EM treffen im Viertelfinale aufeinander und müssen hier beweisen, was ihnen die Artenvielfalt wert ist und wie gut sie sich um das Thema Biodiversität abseits vom Fußballrasen kümmern. *

 

Die Highlights des Viertelfinales

  • Schweden als Maß aller Dinge. Mit einem Index von 0,9933 ist an dem Titelverteidiger kein Vorbeikommen.
  • Skandinavische Dominanz: alle drei Länder aus Skandinavien qualifizieren sich für das Halbfinale.
  • Portugal abgeschlagen: das einzige Land, das keinen 0,9er-Wert erreicht, sind die Portugiesen. Damit ist im Viertelfinale Schluss für das letzte südeuropäische Land.

 

Der ausführliche Spielbericht

Im ersten Viertelfinale trafen die beiden Überraschungsteams der Nachhaltigkeits-EM aus Belgien und Tschechien in St. Petersburg aufeinander. Die Roten Teufel aus Belgien, nur als Dritter in ihrer Gruppe in die K.o.-Phase eingezogen, kamen mit Rückenwind und einem vielfältigen Angriffsspiel auf den Platz. Tschechien spielte phasenweise etwas holprig in der Defensive. Die neue 4er-Kette wirkte unnatürlich und sorgte so nicht für den gewünschten Effekt. Belgien gelang ein ums andere Mal der Vorstoß in den Sechszehner und in der 76. Minute dann durch einen schönen Flugkopfball das verdiente 1:0 zum Einzug ins Halbfinale.

Das zweite Viertelfinalspiel in München wirkte ohne volle Fankurven wie ausgestorben. Dänemark und Schweiz hatten sich auf Defensivfußball eingeschossen und so kam nicht wirklich Leben ins Spiel, geschweige denn auf die Tribünen. Nach 45 torlosen, nein sogar torschusslosen Minuten berappelten sich beide Teams. Wohl beflügelt von den Ansprachen der Trainer oder aber auch vom Surren der sommerlichen Insektenwelt im Olympiastadion, kam Schwung auf den Rasen. Dänemark hatte dabei mehr Spielanteile und konnte seinen Sechszehner quasi als Schutzzone ausbauen, in der die Schweizer nichts mehr zu wildern hatten. In der 83. Minute, ackerten sich die Dänen zum 1:0 und schlussendlich auch ins Halbfinale.

Niederlande gegen Finnland war die dritte Partie im Viertelfinale. Und was für ein Spiel: beide Teams waren laufstark wie junge Geparden, als hätten sie noch keinen einzigen Zweikampf in den Knochen. Während die Holländer Gazellen gleich ihre Gegenspieler austänzelten und so schon nach 20 Minuten mit 2:0 führten, stellten die Finnen auf Pressing um. Einer Elefantenherde gleich stürmten alle zehn Feldspieler gegen die Oranje an, zwangen diese zu vielen Fehlern und glichen zur Pause aus. Die zweite Hälfte war geprägt von lauernden Finnen und weiterhin angriffslustigen Niederländern. Ein bitterer Fehlpass an der Mittellinie wurde dann von Finnland knallhart bestraft und mit einem Distanzschuss zum 3:2 Endstand verwandelt.

In Rom wurde der letzte Teilnehmer des Halbfinales zwischen Schweden und Portugal ausgespielt. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Geschichte vom Hasen und Igel: Das portugiesische Spiel war agil und flink, die Schweden aber immer einen Schritt schneller. Das 1:0 direkt nach der Pause für den Titelverteidiger, sorgte bei den Portugiesen für Frustration. Was fußballerisch nicht gelang wurde nun durch immer häufigere Flugeinlagen versucht: eine Schwalbe reihte sich an die nächste. Die Schiedsrichter quittierten das zunächst noch mit Kopfschütteln, dann mit zwei gelben Karten und schließlich sogar mit einem Platzverweis. Schweden ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, traf noch zwei Mal und trifft nun auf Finnland im Halbfinale.

* nach Rote-Liste-index

 

Die Ergebnisse im Überblick


26. Juni 2021 - Achtelfinale

Die Gruppenphase ist vorbei, das Turnier wechselt mit dem Beginn der Achtelfinals in den K.O.-Modus. Auch bei unserer Nachhaltigkeits-EM wechseln wir das Kriterium. Der Fokus liegt nun auf der sozialen Verantwortung und Solidarität der Mannschaften, entscheidend ist die Performance im Thema Gleichberechtigung. Nur wer hier gut aufgestellt ist, kann diese Spielrunde bestehen und darf weiterhin vom Nachhaltigkeits-EM-Titel träumen. Passend hierzu setzt bei unserer EM die FIFA fortan auf Schiedsrichterinnen. *

 

Die Highlights des Achtelfinales

  • Schluss für Deutschland: mit einer mittelmäßigen Leistung von 0,084 Indexpunkten und dem 20. Platz im GII hätte Deutschland gegen anderen Teams zwar gewonnen, die Belgier waren aber deutlich besser (Platz 4 im GII) und der Traum von der NEM21 für die Deutschen ist damit geplatzt.
  • Die dritte Nachkommastelle entscheidet das Spiel zwischen den Niederlanden und Frankreich mit 0,006 Punkten scheiden die Franzosen aus dem Turnier aus
  • Maß aller Dinge waren in diesem Achtelfinale die Schweizer, die mit 0,025 Indexpunkten eine Topleistung abgaben und auch den GII auf Platz 1 anführen.
  • Schlechtester Teilnehmer des Achtelfinales ist die Slowakei mit einem Indexwert von 0,191 was Platz 45 im GII von 189 Ländern entspricht.

 

Der ausführliche Spielbericht

Den Einstand in die Achtelfinals geben die beiden Zweitplatzierten der Gruppen D und E. Tschechien und die Slowakei stehen etwas überraschend in der K.O.-Phase. Doch wirklich motiviert scheint keines der beiden Teams zu sein. Mitunter wirkt das Spiel altmodisch und kompliziert und so kommt wenig Spielfreude auf. Doch dann, nach gut einer Stunde Spielzeit, trifft ausgerechnet der gerade eingewechselte Stürmer der Tschechen, der erst kurz vor der EM aus seiner Elternzeit in den Kader zurückgekehrt ist zum 1:0 Siegtreffer.

Im zweiten Achtelfinale trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Belgien. Konnte Deutschland als souveräner Gruppensieger in dieses Achtelfinale einziehen, so hatte Belgien etwas Glück als Drittplatzierter seiner Gruppe. Während die Deutschen im Spiel zu einseitig auf die einzige Sturmspitze setzten, hatten die Belgier ausgeglichene Spielanteile auf allen Positionen. Das zahlte sich aus: Überzahl, Pass nach links auf den freistehenden Mitspieler, Torwart überwunden: 1:0 Belgien. Die deutsche Mannschaft bleibt daraufhin bemüht und schnuppert am Ausgleich, steht sich aber häufig selbst im Weg. Schade: Deutschland scheidet aus dem Turnier aus und weckt schmerzliche Erinnerungen an das frühe Ausscheiden bei der WM 2018.

Aufsehen erregte das Achtelfinale der alpinen Mannschaften Schweiz und Österreich. Kurioser Weise waren für die Schweiz ausschließlich weibliche Fans ins Stadion gekommen, die lautstark ihr Team von der Tribüne aus unterstützten und bei den Spielern einen wahren Motivationsschub auslösten. Österreich war sichtlich beeindruckt und beim 1:0 der Schweizer völlig chancenlos. Es folgt eine umkämpfte Phase des Spiels mit hitzigen Zweikämpfen und einem nunmehr Leistungsgerechten 1:1 Zwischenstand, nach einer scharf ausgeführten Ecke der Österreicher. In der Endphase der Partie wird es auf einmal laut im Londoner Wembley Stadion. Aus den Rängen kamen Rufe nach einem Handspiel eines österreichischen Verteidigers auf. Der Videobeweis belegt die aktive Armbewegung zum Ball: Elfmeter für die Schweiz. Der Schütze tritt an und… Jubel aus der Fankurve. Die Spieler feiern mit ihren Fans das 2:1 und den Einzug ins Viertelfinale.

In der nächsten Achtelfinalpartie trifft Dänemark auf England. Bei den Dänen sorgte ein Coronafall für einen überraschenden Wechsel an der Seitenlinie. Der Headcoach saß in Quarantäne im Hotel und wurde von der Damennationaltrainerin vertreten. Der Trainerwechsel brachte für Dänemark aber erstmal etwas Unruhe ins Spiel. Nach einer Ecke kommt es zu einem unübersichtlichen Gewühle im Fünf-Meter-Raum, bei dem ein Engländer irgendwie den Fuß an den Ball bekommt. Dieser kullert über die Torlinie, wird kurz dahinter aber vom dänischen Schlussmann herausgefischt. Und nun? Die Dänen reklamieren kein Tor, die Engländer wollen in hinter der Linie gesehen haben. Die Torlinientechnik gibt Aufschluss: der Ball war mit voller Umdrehung hinter der Linie, der Treffer zählt. Doch langsam verstehen die dänischen Spieler die neue Taktik der Trainerin, das Spiel wird höchst effizient. Ein Angriff nach dem anderen rollt nun in Richtung englisches Tor und ehe man sich versieht dreht Dänemark das Spiel nach zwei Kontern und gewinnt mit 2:1.

Pünktlich um 18:00 pfeift die Unparteiische die Partie Wales gegen Finnland an. Beide Teams sind nicht wirklich um ein attraktives Fußballspiel bemüht. Es wird sehr vorsichtig agiert und der Ball rotiert viel in den eigenen Reihen. Dabei hatte noch vor kurzem die finnische Damenmannschaft gezeigt wie es geht: Sie gewann in einem Testspiel gegen die Waliser mit 2:0. Bei den Herren bleibt es bei einem ereignisarmen ersten Durchgang. Im zweiten Durchlauf fassen sich schließlich die Finnen ein Herz und wagen den Vorstoß in den gegnerischen Sechszehner. Nach einer kurz ausgeführten Ecke der Finnen landet der Ball im Rückraum beim finnische Kapitän, der mit einem Vollspannschuss voll draufhält. Der abgefälschte Schuss schlägt unhaltbar entgegen der Laufrichtung des walisischen Torwartes neben dem Pfosten ein: 1:0 Führung und Endstand für Finnland.

In Budapest kommt es zur Partie Niederlande gegen Frankreich. Ab der ersten Minute sehen wir harte, aber fair geführte Zweikämpfe und Strafraumszenen am fließenden Band. Selbst die spektakulären Rettungstaten der beiden Torhüter können das 2:2 nach regulärer Spielzeit nicht verhindern. Aufgrund der kräftezehrenden vorherigen 90 Minuten endet die Verlängerung ohne nennenswerte Szenen. Beim Elfmeterschießen ist die Spannung förmlich greifbar, als es nach acht abgegebenen Schüssen 3:3 steht. Für eine kurze Unterbrechung sorgte eine Femen-Aktivistin, die mit Regenbogenbemalung über das Feld lief und den französischen Schützen wohl so aus dem Konzept brachte, dass der gut fünf Meter über das Tor schoss. Nun hat der niederländische Kapitän die Möglichkeit. Selbstbewusst platziert er den Ball, läuft an, Kick… TOR! Der Ball zappelt im Netz, das Publikum schreit auf. Für einen kurzen Moment klingt es so, als wäre das Stadion bis auf den letzten Platz ausgefüllt. Die Niederlande ringen Frankreich nieder und sind eine Runde weiter. 

Die Partie der „Bravehearts“ aus Schottland gegen Portugal beginnt im irischen Dublin gleich fulminant. Gut 25 Meter vor dem schottischen Tor wird der portugiesische Angriff durch ein taktisches Foul gestoppt. Die Schotten stellen hektisch eine 4-Mann-Mauer zusammen. Doch es hilft alles nichts, der Portugiese zirkelt den Freistoß um die Mauer herum und der Ball schlägt im Lattenkreuz ein. Der bis hierhin zweifelsfrei schönste Treffer des Turniers gepaart mit einem herrlichen Torjubel: Unter dem Trikot zeigt der Spieler ein T-Shirt mit Bildern von seiner Mutter, Frau und Töchter. Das war ihm sogar eine gelbe Karte und wohlmöglich eine Strafe der UEFA wert und beflügelte das ganze Team. Sowohl das 2:0 als auch der 3:0 Entstand ergaben sich durch traumhaftes Passspiel und Weltklasse Flanken der beiden Außenspieler auf die Sturmspitze.

Im letzten Achtelfinale will das in der Gruppenphase enttäuschende Italien gegen Schweden einiges wiedergutmachen. Zu Beginn spielen die Schweden ungewohnt unsicher und so taucht Italien immer wieder unbedrängt im Sechszehner auf. Die Schweden verdanken dem Pfosten und der schlechten Chancenverwertung der Italiener, dass es hier noch 0:0 steht. Der schwedische Trainer wechselt auf Anraten seiner Co-Trainerin direkt zweimal defensiv in der Halbzeit. Nach dem Wiederanpfiff stabilisiert sich dann die schwedische Abwehrreihe und kurz vor Schluss landet ein Langer Pass des Torwarts beim schwedisches Stürmer im Sechszehner. Der zieht direkt ab und trifft zur 1:0 Führung. Aber der VAR meldet sich, es riecht nach Abseits. Die Unparteiische gibt den Treffer nach kurzer Abstimmung. Die richtige Entscheidung. Das Spiel endet letztlich mit 1:0.

*nach Gender Inequality Index

 

Die Ergebnisse im Überblick


20. Juni 2021 - Gruppenphase 3

Es geht in die entscheidende Phase der Gruppenspiele: wer jetzt noch die K.o.-Phase erreichen will, muss in Punkto Pressefreiheit überzeugen. Gerade in Zeiten von Fake-News und gezielten Desinformationskampagnen, die einen unabhängigen Journalismus diskreditieren, gilt es für die Länder, sowohl im rechtlichen als auch im politischen und ökonomischen Umfeld, die editorielle Unabhängigkeit der Presse sicherzustellen. *

 

Die Highlights des 3. Gruppenspieltags

  • Die Niederlande und Schweden teilen sich mit dem 10. Platz das beste Ergebnis unter den EM-Ländern
  • Während Schottland mit Platz 23 noch souverän gegen Kroatien gewinnt, reicht diese Platzierung für England gegen Tschechien nicht, diese sind drei Platzierungen besser und ziehen daher ins Achtelfinale ein.
  • Unentschieden auf hohem Niveau: Finnland und Belgien landen beide auf dem 11. Platz und teilen sich daher die Punkte.
  • Den mit Abstand deutlichsten Sieg landet Dänemark (Platz 12) gegen Russland (Platz 81).
  • Pech für Frankreich: Mit Platz 22 hätten die Franzosen in anderen Gruppen fast jedes Land geschlagen, gegen Portugal reicht es nicht.

 

Der ausführliche Spielbericht

Für die Türkei geht es in der Gruppe A um alles, ohne einen Sieg ist die EM beendet. Mit der Schweiz kam der vermeintlich stärkste Gegner und der ließ nichts anbrennen. Der türkische Trainer musste mit ansehen, wie seine Elf orientierungslos übers Feld lief und kam kommunikativ nicht mehr an seine Spieler ran. Die Schweizer ließen sich derweil vom Meckern der Gegenspieler nicht beeindrucken und schaukelten ein 3:0 zum Gruppensieg nach Hause. Wales und Italien spielten um den direkten Einzug ins Achtelfinale. Beide Mannschaften waren gut aufgestellt in die Partie gestartet und hatten sich über die Stärken und Schwächen des Gegners ausführlich informiert. Das ausgeglichene, hart umkämpfe Match bekam durch die Überraschungseinwechslung der Waliser die Wendung. Den neuen Stürmer hatten die Italiener nicht auf dem Schirm. So agierte die Defensive unvorbereitet und überrumpelt und schauten sich nach einer schönen Soloeinlage irritiert an, als der Ball in der Nachspielzeit doch noch im Tor landete. 1:0 für die Waliser.

Auch Russland stand mit dem Rücken zur Wand und vor der Brust den Tabellenführer Dänemark der Gruppe B. Dieser ließ dem punktlosen Gegner an diesem Tag nicht den Hauch einer Chance. Hatte der Kapitän der Russen im Vorfeld noch in Interviews laut verkündet, wie gut sie vorbereitet wären, konnte man sich beim Spiel nur fragen, worin die Vorbereitung bestand? 4:0 für Dänemark war das Ergebnis, für den russischen Trainer könnte das nicht nur das EM-Aus sein, sondern auch der Abschied aus der Nationalmannschaft. Ein absoluter Augenschmauß war dann das Spiel um den 2. Gruppenplatz zwischen Finnland und Belgien. Trotz der Tragweite der Partie spielten beide Teams frei auf, erliefen sich immer wieder Freiräume fern vom Ball und kamen so zu vorbildlich rausgespielten Torraumszenen. 3:3 zur Halbzeit – 5:5 Endstand, was für ein Spiel. Selten war ein Unentschieden so schön anzugucken.

Zwei einseitige Partien lieferte die Gruppe C. Der Debütant aus Nordmazedonien war gegen die Niederladen beim 2:0 chancenlos und auch die Ukraine ging mit 0:2 bei den Österreichern unter. Überraschend war lediglich die darauffolgende Berichterstattung: während man in der nordmazedonischen Presse von „Betrug durch den Schiedsrichter“ lesen konnte, zeterte die Boulevardzeitungen in der Ukraine von „gekauften Siegen der Österreicher“. Gute Verlierer und vor allem unabhängige Presse sieht anders aus.

Spannung pur in der Gruppe D. Alle Teams hatte noch die Chance auf das Achtelfinale und spielten entsprechend forsch auf. Der tschechische Torwart parierte im Spiel gegen England gleich zwei Elfmeter, nach dem er einen kleinen Spickzettel aus den Socken zog – wir kennen den Trick von deutschen Torhütern. Hier hatte jemand wohl gut recherchiert. England kam dadurch so aus dem Rhythmus, dass sie das Spiel aus der Hand gaben und letztlich 0:1 verloren. Schottland machte es in seinem letzten Gruppenspiel besser als der Nachbar von der Insel und verwandelte beide Elfmeter zum 2:0 Sieg gegen Kroatien, das damit punktlos aus dem Turnier ausscheidet.

Eine knappe Kiste auf hohem Niveau zeigte sich beim Match Spanien gegen die Slowakei in der Gruppe E. Die Slowaken hatte sich wohl ausgiebig über die Angriffstaktik der Spanier informiert und standen wie ein Bollwerk in der eigenen Hälfte. Konnten gleichzeitig im Angriff aber nichts gegen einen überragenden Schlussmann aussetzen, der jeden Schuss vorherahnte und auf Weltklasseniveau parierte. Olli Kahn wäre das Herz aufgegangen. Doch so gut der spanische Torwart auch hielt, am Ende konnte er gegen einen vom eigenen Mann abgefälschten Eckball nichts mehr ausrichten. Die Slowaken gewannen die Partie etwas glücklich 1:0. Im zweiten Gruppenspiel zwischen Schweden und Polen blieb die Überraschung aus. Zwar lieferten die Polen eine ordentliche Leistung und gaben sich redlich Mühe, Schweden hatte aber auf jede Aktion eine Antwort parat und gewann verdient mit 1:0.

Die deutsche Nationalmannschaft ließ in der Gruppe F nichts anbrennen. Zwar war der Einzug ins Achtelfinale schon sicher, doch damit stellte sich die Elf nicht zufrieden. Mit einem guten Spielplan und optimaler Kommunikation auf dem Feld, sicherten sich die Deutschen einen 2:0 Sieg und den ersten Platz in ihrer Gruppe. Etwas enger war die Partie zwischen Portugal und Frankreich. Beide Teams sorgten in den vorgeschalteten Pressekonferenzen für klare Worte, denen sie dann tatsächlich auch Taten auf dem Platz folgen ließen. Ein eher offensiv geführtes Spiel, das auch ein Unentschieden verdient hätte, endete 1:0 für die Portugiesen durch ein Kopfballtor nach einem Standard.

Neben den Erst- und Zweitplatzierten der sechs Gruppen stand nach dem letzten Spieltag dann auch die vier besten Drittplatzierten fest, die sich durch ihre bessere Torstatistik durchsetzen konnten: Belgien, England, Frankreich und Italien retteten sich so noch ins Achtelfinale.

*Nach Freedom of the Press Index

 

Alle Ergebnisse im Überblick:


16. Juni 2021 - Gruppenphase 2

Nach dem ersten Spieltag, der bereits mit einigen kleinen Überraschungen aufwarten konnte, steht nun der Zweite Spieltag der Gruppenphase an. Unter dem Motto „Fair-Play“ wollen die Fußballbegeisterten saubere und frei von Korruption agierende öffentliche Institutionen wissen. Es will auch schließlich niemand den Europameister-Titel gewinnen, wenn dafür der Schiedsrichter bestochen werden musste.*


Die Highlights des 2. Gruppenspieltags:

  •  Dänemark ist mit einem Index von 87 bestes Team des 2. Gruppenspieltags, die Ukraine mit 35 Schlusslicht
  •  Im Spiel Finnland gegen Russland zeigt sich der größte Unterschied zwischen zwei Teams, ganze 58 Indexpunkte trennen die beiden Länder.
  •  In der Gruppe C standen zwei besonders spannende Spiele an, die Teams trennen jeweils nur fünf Indexpunkte. Dabei agieren die Ukraine und Nordmazedonien mit 30 und 35 aber auf niedrigem Niveau, wohingegen die Niederlande und Österreich mit Werten von 82 und 77 ganz ordentlich abschneiden.
  •  TOP-Teams des Tages mit 80 oder mehr Indexpunkten waren Dänemark (87), Finnland (86), Schweiz und Schweden (85), Niederlande (82) sowie Deutschland (80)
  •  In der Gruppe D schafft es kein Team auf einen Indexwert von 80 oder mehr

 

Der ausführliche Spielbericht:

Den Auftakt in den neuen Spieltag bestreitet in Gruppe A die Türkei gegen die Waliser. Der Frust der Auftaktniederlage scheint allerdings noch in den Köpfen der türkischen Mannschaft zu stecken, so begeht ein Spieler eine grobe Tätlichkeit gegen den walisischen Kapitän. Das muss folgerichtig die rote Karte zur Konsequenz haben. Ihre Überzahl wissen die Waliser fortan geschickt auszuspielen und erhöhen, nach anfänglicher Führung, im zweiten Durchgang schließlich auf den 2:0 Endstand. In der zweiten Partie steht Italien im Fokus. Belasten die kürzlich öffentlich gewordenen Gerüchte über eine Verstrickung des italienischen Fußballverbandvorsitzenden mit der Mafia das Spiel der Italiener? Das alles sind nur Vermutungen. Auf dem Rasen wirken die Italiener allerdings hilf- und harmlos. Das Spiel gewinnt die Schweiz verdient mit 3:0.

In Gruppe B bleibt es auch nach dem ersten Spieltag spannend. In einer von den Russen äußerst ruppig geführten Partie, lassen sich die Finnen nicht aus der Ruhe bringen und bleiben fair. Auch können die immer wieder getätigten, zum Teil groben, Fouls der russischen Hintermannschaft, den Spielfluss der Finnen nicht wirklich stören. Das Team aus Skandinavien kann einen ungefährdeten 2:0 Sieg einfahren. In der zweiten Partie der Gruppe stehen sich die beiden, aus dem ersten Spieltag siegreich hervorgegangenen Teams, Dänemark und Belgien gegenüber. Dänemark verzeichnet zwar ein Plus an Spielanteilen, kann die kompakt stehende belgische Defensivreihe im ersten Durchgang allerdings nicht entscheidend umspielen. In der zweiten Halbzeit wollen die Belgier offensiv mehr und erzielen sogar den Führungstreffer. Durch zwei frische Offensivspieler gelingt Dänemark der Coup und zwei späte Treffer entscheiden das Spiel 2:1 für Dänemark. Vorbildlich: bei einer strittigen Eckballentscheidung gab der betroffene dänische Spieler zu, als letzter am Ball gewesen zu sein und verzichtete auf die Ecke – wenn das kein Fair-Play ist.

Den Auftakt zum zweiten Spieltag der Gruppe C begehen die Ukraine und Nordmazedonien. Die Erwartungen an die Partie hielten sich von vorneherein in Grenzen und wurden dann doch noch einmal unterschritten. Die Partie ist geprägt von Fouls und Sticheleien beider Seiten. Der Schiedsrichter musste insgesamt sieben Mal den gelben Karton zücken und verwies beide Kapitäne des Rasens, nach dem diese handfest aneinandergeraten waren. Eigentlich hätte die Partie keinen Sieger verdient, doch nach einem ungeschickten Foul eines ukrainischen Verteidigers im Strafraum zeigt der Unparteiische auf den Punkt. Nord-Mazedonien verwandelt und gewinnt die Partie mit 1:0. Die Niederlande konnte sich gegen Österreich in der anderen Partie der Gruppe am Ende mit 2:1 durchsetzen. Lange sah es nach einem klassischen Unentschieden auf hohem Niveau aus. Belgien ging durch eine Ecke früh in Führung, verlor diese aber kurz darauf nach einem sauber ausgespielten Konter der Österreicher. Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte sich dann der belgische Stoßstürmer stark gegen seinen Gegenspieler durch und trifft zum Endstand.

Die Partie Kroatien gegen Tschechien in Gruppe D gleicht doch ziemlich dem Spiel Ukraine gegen Nordmazedonien, auch wenn der Referee keinen Gebrauch von der roten Karte machen musste. Das lautstarke kommentieren des Spielgeschehens und die kritischen Zurufe beider Trainer veranlasste ihn allerdings dazu, beide auf die Tribüne zu verweisen (Platz gibt es ja leider mehr als genug). Den Rest der Partie von den Zuschauerrängen beobachtend, sieht der tschechische Nationaltrainer einen langen Ball der Abwehr auf seinen Stoßstürmer, der den Ball festmacht und an den schnellen Außenspieler verteilt. Dieser bringt eine blitzsaubere Flanke auf jenen Stürmer, der kompromisslos ins Eck einnickt: 1:0 Endstand für Tschechien. Im zweiten Spiel kommt es zum Inselduell Schottland gegen England. Beide Teams neutralisieren sich weitestgehend über die Partie hinweg bereits im Mittelfeld, sodass es zu keinen nennenswerten Strafraumaktionen kommt. Es scheint ganz so, als hätten beide Trainer auf die gleiche Taktik gesetzt. Da kein Team die Initiative ergreift, bleibt es beim 0:0 – Punkteteilung.

Beflügelt durch den Auftaktsieg zeigt sich Schweden auch im zweiten Gruppenspiel in bestechender Verfassung. Durch einen, zu keiner Zeit gefährdeten, 3:0 Sieg gegen die Slowakei, setzen die blau-gelben Wikinger ein Zeichen und sind auf dem besten Weg zum Gruppensieg. Im zweiten Spiel der Gruppe E tut sich Spanien gegen Polen deutlich schwerer. Beiden Offensivreihen reiben sich in einer tempogeladenen Partie an den jeweiligen Defensivreihen auf. Nicht selten geht ein Spieler zu Boden. Dass beide Mannschaften dennoch über hervorragende Offensivqualitäten verfügen, zeigt sich am Zwischenstand in der 77. Minute: es steht 2:2. Beide Teams wollen den Sieg, den sich letztlich Spanien durch einen direkt verwandelten Freistoß vom Sechszehnerrand schnappt.

Kommen wir zu Gruppe F: Im frühen Abendspiel trennt sich Frankreich mit einem Sieg von Ungarn. Die Franzosen zeigten unerwartete Schwächen im Aufbauspiel und konnte lange Zeit keinen wirklichen Nutzen aus der individuellen Qualität ihrer Mannschaft ziehen, dabei muss nun ein Sieg her, sonst ist das Weiterkommen gefährdet. In der zweiten Halbzeit platzt schließlich der Knoten. Zwei schnelle Kombinationen im Strafraum hatten jeweils einen Treffer als Resultat: 2:0 Sieg für Frankreich. Die Taktik der deutschen Mannschaft gegen Portugal ist bereits ab der ersten Spielminute zu erkennen: der portugiesische Stürmerstar soll weitestgehend aus dem Spiel genommen werden. Der Plan geht auf: Über weite Strecken hinweg bleibt er harmlos. Dass die deutschen Gegenspieler dafür nicht mal eine gelbe Karte sahen, spricht für ein faires Zweikampfverhalten. Was hinten klappt, will vorne jeodch nicht gelingen. Nach einigen vergebenen 100%-igen Chance, kommt das deutsche Team doch noch zum Siegtreffern. Ein Distanzschuss schlug genau im Winkel ein.

* nach Corruption Perceptions Index

 

Die Ergebnisse im Überblick


11. Juni 2021 - Gruppenphase 1

 

Es ist soweit: Italien und die Türkei eröffnen die Fußball-EM 2021. Während in Rom erst heute Abend das erste Ergebnis feststehen wird, haben wir die Partien schon ausgespielt. In der Gruppenphase müssen die Länder auf dem Rasen zeigen, dass sie in Punkto Governance sauber aufgestellt sind.

Es starten dabei die Teams erfolgreich ins Turnier, die effektiv geführt werden: Qualität und Glaubwürdigkeit der Politik und der öffentlichen Institutionen sind dabei die entscheidenden Faktoren, um den hohen Erwartungen der Fangemeinde nach fünf Jahren EM-Pause, fast 1,5 Jahren Pandemie und leere Stadien gerecht zu werden.*

 

Die Highlights des 1. Gruppenspieltags:

  • Die Schweiz erzielt mit einem Wert von 1,952 die beste Governanceleistung. Die Ukraine ist mit -0,297 trauriges Schlusslicht.
  • Finnland verliert trotz eines guten Wertes von 1,929 gegen noch stärkere Dänen mit 1,937.
  • Italien erreicht nur schwache 0,461 trifft in der Erstrundenpartie aber auf noch schlechtere Türken mit 0,048.
  • Das Spiel Niederlande gegen die Ukraine zeigte die stärkste Differenz: ganze 2,095 Indexpunkte waren die Niederländer im Governancewert besser als ihre Gegner.

 

Der ausführliche Spielbericht:

Gleich zum Auftakt stolpert die Türkei hier in der Gruppe A über den Rasen und hat Italien beim 0:2 zu keiner Minute etwas entgegenzusetzen. Etwas spannender machen es Wales und die Schweiz. Auf recht hohem Niveau konnten die Zuschauer*innen hier eine Partie mit qualitativ anspruchsvollem Kurzpassspiel sehen, das über ein 1:1 zur Pause dann doch noch knapp mit 2:1 für die Schweiz endete.

In der Gruppe B kommt es gleich zum skandinavischem Nachbarsduell zwischen Dänemark und Finnland. Auch hier zeigen beide Teams, dass sie die im Vorfeld getätigten Ansprüche erfüllen können und lieferten sich eine faire und hochklassige Partie. Dänemark macht viel Druck auf die Rechtsaußen und erstickt hier jeden Angriff im Keim, scheitert selbst aber am überragenden Schlussmann der Finnen. Kurz vor Abpfiff gelingt Dänemark mit einem langen Pass aus der eigenen Hälfte ein schneller Konter, der mit einem blitzsauberen Abschluss zum 1:0 führt – Effizienz pur. Einseitiger verläuft das zweite Spiel der Gruppe B zwischen Belgien und Russland. Die Russen können weder in der Defensive noch im Angriff überzeugen und sind viel zu viel damit beschäftigt, sich über Entscheidungen der Unparteiischen zu beschweren. Ein souveränes 2:0, bei dem den Belgiern eine durchschnittliche Leistung zum Sieg reicht.

Das Spiel zwischen Nordmazedonien und Österreich in der Gruppe C ist auf dem Platz so klar wie auf dem Papier. Der EM-Neuling hat wenig eigene Chancen und ist in der Abwehr qualitativ dem Spiel der Österreicher nicht gewachsen. Ein eher unspektakuläres 1:0. Die mit 1,5m-Abstand schlechteste Auftaktleistung zeigt die Ukraine gegen solide aufspielende Niederländer. Beim 0:3 zur Pause, können sich die Blaugelben nur noch durch destruktive Spielweise und mauern im eigenen Sechszehner vor einer absoluten Blamage retten, das 0:4 am Ende ist dann sogar fast schmeichelhaft.

Die Duelle zwischen England und Kroatien sowie Schottland und Tschechien in der Gruppe D sind fast austauschbar. Die beiden Länder des Vereinigten Königreich spielen soliden Fußball ohne viel Schnörkel, der sich so sehr ähnelt, dass man als Zuschauer*in schon mal kurz vergisst, wer eigentlich gerade auf dem Platz steht. So enden auch beide Partien 1:0 und gerade Kroatien und die Tschechen müssen sich im Verlauf des Turniers noch deutlich steigern, wenn sie die K.o.-Runde erreichen wollen.

Der erste wirkliche Krimi bringt die Gruppe E beim Spiel Polen gegen die Slowakei. Nicht schön, aber hart umkämpft verläuft das Spiel gerade in Hälfte eins: insgesamt neun gelbe Karten nach 45 Minuten. So entscheidet am Ende auch eher die Härte als die Qualität, als die Slowaken einen Fehlpass nach vermeintlichem Foul mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern zum 1:0 versenken. Im zweiten Gruppenspiel, zeigt der amtierende Nachhaltigkeits-Europameister Schweden gegen Spanien seine Qualitäten und Ambitionen auf die Titelverteidigung. Solide spielende Spanier kommen an der gut aufgestellten Defensive nicht vorbei und hatten gegen das effiziente Angriffsspiel der Schweden beim 2:0 keine Chance.

Die Gruppe F startet mit dem Spiel zwischen Ungarn und Portugal. Beim 1:0 von Portugal ist Ungarn etwas orientierungslos auf dem Rasen und kann den engagiert aufspielenden Portugiesen nur wenig entgegensetzen. Das letzte Spiel des ersten Spieltages ist dann endlich auch der erste Auftritt der deutschen Nationalmannschaft und das gleich gegen gut aufgelegte Franzosen. Ein Spiel ohne viel Mittelfeldgeplänkel, mit schönen Angriffen auf beiden Seiten, bei dem sich die Deutschen am Ende knapp aber verdient mit 2:1 durchsetzen.

* nach World Wide Governance Indicator for Government Effectiveness

 

Die Ergebnisse im Überblick:

Wir unterstützen Unternehmen bei der erfolgreichen Umsetzung von Nachhaltigkeit in Strategie, Geschäftsprozessen und in der Kommunikation.

 

Corporate Social Responsibility (CSR) ist eine Geschäftsführungsphilosophie. Je besser es gelingt, gesellschaftliches Engagement in das unternehmerische Kerngeschäft zu integrieren, desto größer ist die Chance, Wert und Werte zusammenzubringen. Die unternehmerische Herausforderung besteht darin, im Spannungsfeld unterschiedlicher Stakeholdererwartungen, die Zielkonflikte zwischen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft durch langfristig tragfähige Kompromisse zu lösen. Hier bietet CSR den Unternehmen die große Chance, die eigene Innovativität bei der Verantwortungsübernahme „sichtbar“ zu machen und sich so im Wettbewerb zu differenzieren.

Als langjährige Experten unterstützen wir Unternehmen in allen Fragen von der Strategieentwicklung über die Implementierung von Leistungen und Prozessen bis hin zur zielgruppengerechten CSR-Kommunikation.


Als Partner von V.E vertritt imug | rating in Deutschland und Österreich einen weltweit führenden Anbieter von ESG-Ratings, Daten, Research, Benchmarks und Analysen. Wir bieten Zugriff auf umfassendes globales Nachhaltigkeits-Research zu Aktien und Anleihen in hoher Qualität.

 

imug | rating ist eine der tonangebenden deutschen Nachhaltigkeits-Ratingagenturen und die deutschsprachige Adresse für maßgeschneidertes Nachhaltigkeits-Research. Wir sind seit mehr als 20 Jahren auf dem nachhaltigen Finanzmarkt präsent – unsere Leistungen umfassen Informationsgrundlagen für nachhaltige Investmentstrategien sowie die Begutachtung nachhaltiger Emissionen und Emittenten.

 


Hier finden Sie weitere Informationen:
www.imug.de/imug-rating

Sie haben Fragen?

Melden Sie sich gerne bei uns:


Dr. Annika Thorns

Senior Beraterin
imug | csr

thorns@imug.de
+49 511 12196 12


Markus Grünewald

Head of Research
imug | rating

gruenewald@imug.de
+49 511 12196 33