KinderZukunftsFonds: Erster Fonds mit Fokus auf Kinderrechten


September 2021

Nach dem FairWorldFonds liefert imug | rating seit Frühjahr 2021 das Nachhaltigkeits-Research für einen weiteren Fonds mit besonderem Fokus: Der KinderZukunftsFonds ist der erste deutsche Publikumsfonds, der die Förderung von Kindern und Jugendlichen und ihren Zukunftsaussichten als Leitwerte verfolgt. Aufgelegt wurde er im Mai von Union Investment in Zusammenarbeit mit der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) und der Kindernothilfe.

Für die Initiatoren des KinderZukunftsFonds steht vor allem eines im Vordergrund: Eine lebenswerte Zukunft für Kinder zu fördern und ihre speziellen Rechte zu wahren.

Den Kriterienkatalog entwickelte die Kindernothilfe gemeinsam mit Expert*innen aus Wirtschaft, Entwicklung, Kirche, Klimaforschung und nachhaltigem Finanzwesen. Das Besondere? Es gibt nicht nur einen Kriterienausschuss, der zur Aufnahme von Titeln Empfehlungen ausspricht, sondern auch eine aktive Beteiligung von Jugendlichen: Der Jugendbeirat, zusammengesetzt aus Auszubildenden der KD-Bank und jungen Menschen aus dem Umfeld der Kindernothilfe, bringt die Sicht junger Menschen in die Entscheidungsfindung zum KinderZukunftsFonds ein.

„Im KinderZukunftsFonds werden die Rechte der Kinder bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt. Das ist für mich zukunftsfähiges Agieren am Finanzmarkt und eine kluge Anlagestrategie. Dafür setze ich mich gerne ein!“ 

Bernd Bauck, Mitglied des Kriterienausschusses

 

In eine lebenswerte Zukunft für Kinder investieren

Für Unternehmen sind Kinder als Verbraucher*innen, Arbeitnehmer*innen, Gemeindemitglieder und Angehörige von Mitarbeitenden eine wichtige Interessengruppe, und direkt von deren Geschäftsaktivitäten betroffen. Unternehmen müssen, um als Emittenten in den KinderZukunftsFonds aufgenommen zu werden, einen Beitrag zur Wahrung der planetaren Grenzen leisten – also mit ihren Produkten und ihrer Geschäftstätigkeit die Umwelt und das Klima möglichst wenig belasten. Gleichzeitig werden Unternehmen ausgeschlossen, die durch ihre Geschäftstätigkeit Menschen- und Kinderrechte oder weitere Ausschlusskriterien (u. a. Waffen, Pornografie, gewaltverherrlichende Computerspiele) verletzen. Ein weiterer Auswahlschritt ist die Analyse des Unternehmens in Bezug auf soziale, ökologische und ethische Kriterien: Um sich für das Anlageuniversum zu qualifizieren, müssen Unternehmen bei diesem Nachhaltigkeits-Scoring zu den besten 50 Prozent ihres Sektors gehören.

Abbildung 1: KinderZukunftsFonds – schematische Übersicht der Kriterien, Kindernothilfe e. V.

Beim Investment in staatliche Emittenten achtet der KinderZukunftsFonds darauf, dass sie Maßnahmen zur Milderung der Klimakrise umsetzen und sich an Indikatoren für die Achtung von Kinderrechten orientieren. Dazu gehört beispielsweise die Ratifizierung der Kernarbeitsnorm zu Kinderarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation und der „End-of-Childhood“-Index.

 

Wie imug | rating Unternehmen prüft

Einen direkten Bezug zu Kinderrechten stellt imug | rating durch den Kinderrechte-Basis-Check her. In diesem prüfen wir, ob ein Unternehmen Kinderrechte achtet und – insbesondere – ob es den Umgang mit Kinderarbeit im eigenen Betrieb und in der Lieferkette regelt. Für Unternehmen aus besonders riskanten Sektoren erweitern wir den Check, um herauszufinden, ob die Maßnahmen eines Unternehmens zum Management dieser Risiken adäquat sind.

Einen besonderen Fokus legt der KinderZukunftsFonds auf Unternehmen, die eine Vorreiterposition in der Förderung von Kinderrechten einnehmen. Die von imug | rating entwickelte Operationalisierung basiert dabei auf den Grundsätzen zum Schutz und zur Förderung von Kinderrechten durch Unternehmen, wie sie von UNICEF, dem UN Global Compact und Save the Children erstellt wurden. Dieser Leitfaden macht deutlich, dass die Orientierung an Kinderrechten in Unternehmen nicht nur auf die Vermeidung von Kinderarbeit beschränkt sein sollte, sondern dass sie in vielfältiger Weise auf die Lebenswelt von Kindern einwirken:

  • Produkte und Vermarktung: Sind die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens sicher für Kinder? Vermitteln die Marketingaktivitäten Kindern ein positives Selbstwertgefühl?
  • Arbeitsplatz: Bildet ein Unternehmen junge Menschen aus? Gibt es Arbeitszeiten, die Eltern mehr Flexibilität ermöglichen? Werden Schwangere ausreichend geschützt?
  • Gemeinschaft und Umwelt: Gibt es Partnerschaften mit Kinderhilfsorganisationen oder Regierungen, um Kinderrechte zu fördern? Stellt das Unternehmen sicher, dass die Nutzung von Land und Umwelt Kinder nicht gefährdet?

Während die Unternehmensauswahl in den ersten beiden Schritten in automatisierten Analysen erfolgt, erhebt imug | rating die Daten für die kinderrechtsbezogenen Analysen manuell. Da Kinderrechtsindikatoren in standardisierten Nachhaltigkeitsdaten noch fehlen, nutzen wir Unternehmensberichte und Webseiten, um gezielt nach entsprechenden Informationen zu suchen.

 

Ban Ki-moon, ehemaliger UN-Generalsekretär, lobte dieses Engagement:

„I applaud the initiators of the KinderZukunftsFonds […]  for their efforts to push the sustainable finance discussion to the next level and to accept the challenge of identifying available data sets and indicators that can inform best and pro-active corporate practice to support the rights of the child, a key element of the SDGs.“

Ban Ki-moon, Achter Generalsekretär der Vereinten Nationen

 


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