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99 Länder stimmen im September 2010 über den die ISO-Norm zur "Social Resonsiblity" ab.
Seit mehr als fünf Jahren ist eine internationale Arbeitsgruppe der ISO damit befasst, einen neuen Standard zum Thema „Soziale Verantwortung“ zu entwickeln. Im September wird endgültig über Annahme oder Ablehnung des nun vorliegenden Textes entschieden. Wenn sich eine zweidrittel Mehrheit der 99 mitarbeitenden Länder für diesen internationalen Standard ausspricht, wird er Anfang 2011 veröffentlicht und steht interessierten Institutionen als Leitfaden zur Verfügung. Bereits im Februar 2010 hatte sich eine knappe Mehrheit der nationalen Standardisierungsorganisationen in einer „Probeabstimmung“ für die Weiterbearbeitung der damals vorliegenden Entwurfsfassung ausgesprochen. Von den großen Teilnehmerländern stimmten beispielsweise China und Indien dagegen. Prominente Befürworter bildeten etwa Frankreich, Japan, Brasilien, Südafrika und die Skandinavischen Länder. Deutschland hatte sich mit dem zuständigen DIN – sehr zu Überraschung der internationalen Experten – erstmalig im Normungsverfahren der Stimme enthalten. Die Vertreter der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften hatten mit unterschiedlichen Argumenten, aber im Ergebnis geschlossen gegen den Entwurf gestimmt und damit ihr Veto eingelegt. Regierung, Wissenschaft / Berater und die Konsumentenvertreter hatten im DIN für die Annahme votiert. Die NGOs enthielten sich der Stimme. Wichtige Argumente für die im September 2010 anstehende internationale Abstimmung, an der auch für Deutschland das DIN mit seinem Spiegelgremium teilnehmen wird, finden Sie in der imug Pressemeldung vom 25.2.2010 PDF
Eine Positionsbestimmung zu den anstehenden Normierungsbemühungen der ISO nahmen bereits 2006 Dr. Ingo Schoenheit, Prof. Dr. Josef Wieland und Dr. Annette Kleinfeld vor, die als deutsche Experten diesen Prozess begleiteten.
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Was ist die ISO 26000? ISO 26000 ist die technische Bezeichnung für einen internationalen Standard (Norm), der voraussichtlich Ende 2010 von der einflussreichen International Organisation of Standardisation (IS0) verabschiedet wird. Sein Name: Guidance on Social Responsibility.
Diese Norm soll alle Typen von Organisationen (nicht nur kommerziell arbeitende Unternehmen) dabei unterstützen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Dabei sollen die kulturellen, gesellschaftlichen, entwicklungspolitischen, rechtlichen und umweltbezogenen Unterschiede im Umfeld der jeweiligen Organisation berücksichtigt werden. Auch wenn es sich bei der ISO um eine einflussreiche Institution handelt wird auch die ISO 26000 eine nur freiwillig anzuwendende Guideline sein. In diesem Sinne ist diese Norm (wie alle anderen ISO-Normen auch) ein "privater Standard", der allerdings mit der Authorität der ISO ausgestattet wird, die über mehr als 5 Jahre eine weltweiten Diskussionsprozess zu diesem Standard organisiert hat. Besonderheiten der ISO 26000 - Es wird nicht von CSR, sondern von Social Responsibility gesprochen.
Hintergrund: Nicht nur (kommerzielle) Unternehmen, sondern auch andere Institutionen, Organisationen und Einrichtungen sollen sich in ihrem verantwortlichen Handeln an dieser Guide Line orientieren. Auch NGO´s, die bei der Erarbeitung kräftig mitwirken, werden sich in Zukunfts an der Umsetzung dieser Guideline messen lassen (müssen).
- Die Guideline ist explizit nicht als "Zertifizierungsvorlage" gedacht.
Hintergrund: Die explizite Frewilligkeit von "CSR / SR" könnte mit einem Zertifizierungsansatz faktisch aufgehoben werden. Auch der Zertifzierungsaufwand (Kosten) und die dann notwendigen technischen Konkretisierungen werden mehrheitlich von den beeiligten Experten und Stakeholdergruppen abgelehnt.
- Wichtige Interationale Vereinbarungen, Abkommen und Initiativen werden als Referenzdokumente: z.B. Global Compact, ILO-Kernarbeitsnormen, GRI, etc.
- Die Erarbeitung der ISO - Norm folgt dem sogenannten Stakeholderansatz, der 6 Gruppen unterscheidet:
Industry (Unternehmen, Wirtschaftsverbände) Government (Regierungen, Ministerien) NGO (Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen) Labour (Gewerkschaften, Arbeitnehmervertreter) Consumers (Konsumentenorgansationen) Support, Service, Science and Others (Wissenschaft, Berater, etc.)
- Die Entwicklungsländer spielen inzwischen in der ISO-Working Group, die über die vorliegende Darft Version der ISO 26000 nachdenkt, (inzwischen) eine wichtige Rolle.
Chronologie der ISO Arbeiten 2010, Mai Das achte - und vermutlich letzte - Arbeitstreffen der ISO Working Group fand vom 15. bis zum 21. Mai in Kopenhagen statt. Rund 470 Teilnehmern aus inzwischen 99 Ländern waren dabei. Dänemark macht Stimmung und gewinnt das Königshaus für eine inspiriende Eröffnungsrede. Die letzten Dissenspunkte werden weitgehend aus dem Weg geräumt. China bekommt einen Satz zur "Diversity" zugesprochen, für die muslimischen Experten wird das überraschend zum Reizwort erklärte "Sexual Orientation" durch "Personal Relationship" ersetzt und die bereits deutlichst ausformulierte Nicht-Zertifizierungsfähigkeit wird noch einmal an einer prominenten Stelle wiederholt. Mit diesen und vielen kleinen Änderungen wird der auf dem Treffen verabschiedete, sogenannte FDIS zur internationalen Abstimmung vorgelegt, in der es nur noch um "Ja" und "Nein" gehen wird. Abstimmungsberechtigt sind die 99 Standardisierungseinrichtungen der beteiligten Länder. In Deutschland ist es das DIN. 2010, Februar Eine Internationale Abstimmung über die Weiterarbeit in den zu diesem Zeitpunkt vorliegenden CD Draft (einen normale ISO-Prodedur) ergibt eine knappe Mehrheit für die Vorlage, bzw. für die Weiterarbeit an diesem Projekt. Deutschland enthält sich - sehr zur Überraschung der internationalen Experten - seiner Stimme. Wirtschaft und Gewerkschaften stimmen in Deutschland im DIN geschlossen (als "Bank") gegen den Entwurf. 2009, Mai Der Zeitplan zur Verabschiedung der ISO 26000 wird in Quebec auf dem 7 Meeting der sogenannten Working Group on Social Responsibility bestätigt. Inzwischen beteiligen sich 91 Länder und über 430 Experten und weitere 150 "Beobachter" und 42 "zugelassene" Organisationen aktiv an der Erarbeitung der ISO 26000. 2008, September Santiago de Chile hat zum 6. Meeting eingeladen. Der Working Draft wird in einen Committee Draft überführt. Folge: Nun wächst die Bedeutung der sogenannten National Standardisation Bodies (in Deutschland das DIN), denn nur sie dürfen noch den jeweilgen CD kommentieren. Die jeweiligen Stakeholder müssen sich nun (noch stärker) auf nationaler Ebene durchsetzen (oder auch Kompromisse eingehen). 2007, November In Wien findet das 5. Meeting der sogenannten Working Group on Social Responsibility mit der Rekordbeteiligung von 400 Experten und Beobachtern statt. Wien ist eine Reise wert. Auch die Zahl der zur Konferenz eingereichten Kommentar ist mit 7225 ebenso eindrucksvoll wie erschreckend. Resultat: Es wird eine Integrated Drafting Task Force (IDTF) zur Erarbeitung einer vierten "Draft Version" (WD 4) eingesetzt und der Termin für die finale Erstellung der Guideline wird deutlich auf 2010 verschoben. 2007, Juni Auf dem G8 Gipfel in Heiligendamm wird unter deutscher Federführung "implizit" eine Lanze für die ISO-Zertifizierung gebrochen. Die G8-Staaten sprechen sich in ihrem Abschlussdokument für eine klare Definition und eine neue Übersichtlichkeit der zahlreichen Standards und Grundsätze zur sozialen Verantwortung der Unternehmen aus. Die ISO wird allerding nicht explizit erwähnt.
PDF 2007, Januar Durchbruch auf dem 4. Treffen der Internationalen Working Group on SR Ende Januar 2007 in Sydney. Dies ist jedenfalls die offizielle Verlautbarung der ISO. Ein konsensfähiger Working Draft scheint erreichbar. 335 Teilnehmer aus inzwischen 72 Länder beteiligten sich an den Diskussionen.
PDF 2006, Oktober BDI und BDA sehen ISO-Arbeiten in der Sackgasse. Statt an einer Standard Guideline würde nun doch an einem Management System gearbeitet, so der zentrale Vorwurf.
PDF 2006, September In den DIN Mitteilungen 9 /2006, die vom Beuth Verlag herausgegeben werden, kommentieren Verteter der im DIN zur ISO 26000 mitwirkenden deutschen Stakeholder von Industrie, Konsumenten und Wissenschaft die bisherigen ISO-Arbeiten.
www.beuth.de 2005, Oktober Zweites Treffen der Internationalen Working Group in Bangkok. Der Verbraucherbank organisiert einen pressewirksamen Eklat und sieht Blockadehaltungen auf Seiten der Industrie. In Bangkok einigte man sich auf die Inhaltsstruktur der zukünftigen Standard Guideline ISO 26000: … Introduction … Scope … Normative references … Terms and definitions … The SR context in which all organizations operate … SR principles relevant to organizations … Guidance on core SR subjects/issues … Guidance for organizations on implementing SR … Guidance annexes … Bibliography
PDF 2005, März Erstes Treffen der internationalen ISO Working Group on Social Responsibility in Salvador de Bahia. 300 Experten aus 40 Länder suchen mit magerem Ergebnis nach einer Arbeitsstruktur. 2004, Dezember Das deutsche DIN beruft ein Spiegelgremium zur "Sozialen Verantwortung von Organisationen" ein. Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, NGOs, Wissenschaftler nehmen die Arbeit auf und stimmen dem New Work Item Proposal der ISO zu. Als Obmann der deutschen SR-Normer wird Hartmut Müller, Robert Bosch GmbH, gewählt. 2004, Juni Der Technische Lenkungsausschuss der ISO (ISO/TMB) beschließt am 28. Juni 2004, ein Norm-Projekt zur Erarbeitung von Leitlinien zur sozialen Verantwortung zu genehmigen. Ein sogenanntes New Work Item Proposal zur "Social Responsibility" (SR) wird verabschiedet.
PDF 2004, April Die von der ISO eingesetzte Beratergruppe legt am 30. April 2004 einen Abschlussbericht vor, der einen umfassenden Überblick über weltweit existierende CSR - Initiativen gibt und Handlungsempfehlungen für die ISO vorstellt.
PDF 2004, März BDA und BDI veröffentlichen ein Positionspapier zur Normierung von Social Responsibility
PDF 2002, September Die ISO hört Pro und Contra-Stimmen zur CSR-Normung und beruft eine Multi Stakeholder Advisory Group, um die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit eines internationalen Standards über CSR zu untersuchen. 2002, Juni Das Präsidium des DIN lehnt einen Initiative zur Normung von CSR ab. Es unterstützt die schon zuvor als deutschen Standpunkt formulierte Auffassung, dass die Aufgaben und Strukturen der Unternehmen die Aktivitäten zur sozialen Verantwortlichkeit (Corporate Social Responsibility) bereits einschließen und ausreichend international erarbeitete Papiere, z. B. der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), als Bezugsdokumente vorliegen. 2001 Die "ISO-Konsumentengruppe", das "Committee on consumer policy (ISO/COPOLCO)", identifiziert einen Bedarf an vergleichbaren und zuverlässigen Informationen über CSR-Aktivitäten. A forum was hosted by the Canadian office for consumer affairs and was set up to facilitate worldwide discussion of the possible role of standards in defining the elements of corporate social responsibility. It was designed to provide a mechanism for increasing awareness and promoting constructive discussion of new and existing corporate social responsibility initiatives and their relevance to existing or potential standards projects. |