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ISO 26000 Guidance on Social Responsibility PDF Drucken E-Mail

Die ISO-Norm über CSR könnte Ende 2010 verabschiedet werden.

Über 400 Experten aus 91 Ländern erarbeiten zur Zeit im Rahmen der ISO  eine internationale Norm zur Corporate Social Responsibility. Dass eine Standard Guideline "im Prinzip" sinnvoll ist, wird von den aktiven Machern nachdrücklich betont. Dennoch gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen, die nach dem "Mehrwert" dieser Norm fragen (eher Wirtschaftskreise) oder die bezweifeln, dass die Transparenz über unternehmerisches Handeln mit dieser Norm tatsächlich verbessert wird (eher NGO-Kreise).

Eine Standortbestimmung zu den Normierungsbemühungen der ISO nehmen  Dr. Ingo Schoenheit, Prof. Dr. Josef Wieland und Dr. Annette Kleinfeld, die als deutsche Experten diesen Prozess begleiten, in einem Aufsatz vor.

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Was ist die ISO 26000?

ISO 26000 ist die technische Bezeichnung für einen internationalen Standard (Norm), der voraussichtlich Ende 2010 von der einflussreichen International Organisation of Standardisation (IS0) verabschiedet wird. Sein Name: Guidance on Social Responsibility.
Diese Norm soll alle Typen von Organisationen (nicht nur kommerziell arbeitende Unternehmen) dabei unterstützen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.  Dabei sollen die kulturellen, gesellschaftlichen, entwicklungspolitischen, rechtlichen und umweltbezogenen Unterschiede im Umfeld der jeweiligen Organisation berücksichtigt werden. Auch wenn es sich bei der ISO um eine einflussreiche Institution handelt wird auch die ISO 26000 eine nur freiwillig anzuwendende Guideline sein. In diesem Sinne ist diese Norm (wie alle anderen ISO-Normen auch) ein "privater Standard", der allerdings mit der Authorität der ISO ausgestattet wird, die über mehr als 5 Jahre eine weltweiten Diskussionsprozess zu diesem Standard organisiert hat.

Besonderheiten der ISO 26000

  • Es wird nicht von CSR, sondern von Social Responsibility gesprochen.
    Hintergrund: Nicht nur (kommerzielle) Unternehmen, sondern auch andere Institutionen, Organisationen und Einrichtungen sollen sich in ihrem verantwortlichen Handeln an dieser Guide Line orientieren. Auch NGO´s, die bei der Erarbeitung kräftig mitwirken, werden sich in Zukunfts an der Umsetzung dieser Guideline messen lassen (müssen). 
  • Die Guideline ist explizit nicht als "Zertifizierungsvorlage" gedacht.
    Hintergrund: Die explizite Frewilligkeit von "CSR / SR" könnte mit einem Zertifizierungsansatz faktisch aufgehoben werden. Auch der Zertifzierungsaufwand (Kosten) und die dann notwendigen technischen Konkretisierungen werden mehrheitlich von den beeiligten Experten und Stakeholdergruppen abgelehnt.
  • Wichtige Interationale Vereinbarungen, Abkommen und Initiativen werden als Referenzdokumente: z.B. Global Compact, ILO-Kernarbeitsnormen, GRI, etc.
  • Die Erarbeitung der ISO - Norm folgt dem sogenannten Stakeholderansatz, der 6 Gruppen unterscheidet:
    • Industry (Unternehmen, Wirtschaftsverbände)
    • Government (Regierungen, Ministerien)
    • NGO (Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen)
    • Labour (Gewerkschaften, Arbeitnehmervertreter)
    • Consumers (Konsumentenorgansationen)
    • Support, Service, Science and Others (Wissenschaft, Berater, etc.)
  • Die Entwicklungsländer spielen inzwischen in der ISO-Working Group, die über die vorliegende Darft Version der ISO 26000 nachdenkt, (inzwischen) eine wichtige Rolle. 

Draft Version  ISO CD 26000 liegt vor

Ein sogenannter Committe Draft (eine fortgeschrittene Entwurfsversion) dieser internationalen Norm liegt inzwischen "öffentlich" vor. Es ist vorgesehen, den finalen ISO Standard zur Social Responsibility Ende 2010 zu verabschieden. Abstimmen über die Entwurfsfassung werden die zur Zeit 91 mitwirkenden nationalen Standardiesierungsorganisationen, in Deutschland beispielsweise das DIN. Generell sind wichtige Arbeitsdokumente des ISO SR-Prozesses öffentlich zugänglich und können eingesehen werden.

 www.iso.org/wgsr

 Wichtige Kontroverse Punkte zum vorliegenden Entwurf (CD 26000

Die zentralen verbliebenen kontroversen Punkte auf den internationalen Meetings der ISO beziehen sich auf

  • Länge und Lesbarkeit der Norm
  • Den Begriff und das Verständnis von "Sphere of influence" (wie weit reicht die Verantwortung einer Organisation z.B. innerhalb der Wertschöpfungskette)
  • Den Begriff und das Verständnis von "Complicity" (sollen und können Organisationen sich davor schützen, durch ihr Agieren in bestimmten Ländern / Umständen "mitschuldig" an Gesetzesverstößen und / oder anerkannten Grundsätzen zu werden.

Chronologie der ISO Arbeiten

2009, Mai
Der Zeitplan zur Verabschiedung der ISO 26000 wird in Quebec auf dem 7 Meeting der sogenannten Working Group on Social Responsibility bestätigt. Inzwischen beteiligen sich 91 Länder und über 430 Experten und weitere 150 "Beobachter" und 42 "zugelassene" Organisationen aktiv an der Erarbeitung der ISO 26000. 

2008, September
Santiago de Chile hat zum 6. Meeting eingeladen. Da lässt sich die Internationale Sightseeing Organisation (ISO) nicht lange bitten. Immerhin wird der Working Draft und Committee Draft überführt. Folge: Nun wächst die Bedeutung der sogenannten National Bodies, denn nur sie dürfen noch den jeweilgen CD kommentieren. Die jeweiligen Stakeholder müssen sich nun (noch stärker) auf nationaler Ebene durchsetzen (oder auch Kompromisse eingehen).

2007, November
In Wien findet das 5. Meeting der sogenannten Working Group on Social Responsibility mit der Rekordbeteiligung von 400 Experten und Beobachtern statt. Wien ist eine Reise wert. Auch die Zahl der zur Konferenz eingereichten Kommentar ist mit 7225 ebenso eindrucksvoll wie erschreckend. Resultat: Es wird eine Integrated Drafting Task Force (IDTF) zur Erarbeitung einer vierten "Draft Version" (WD 4) eingesetzt und der Termin für die finale Erstellung der Guideline wird deutlich auf 2010 verschoben.

2007, Juni
Auf dem G8 Gipfel in Heiligendamm wird unter deutscher Federführung "implizit" eine Lanze für die ISO-Zertifizierung gebrochen. Die G8-Staaten sprechen sich in ihrem Abschlussdokument für eine klare Definition und eine neue Übersichtlichkeit der zahlreichen Standards und Grundsätze zur sozialen Verantwortung der Unternehmen aus.  Die ISO wird allerding nicht explizit erwähnt.
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2007, Januar
Durchbruch auf dem 4. Treffen der Internationalen Working Group on SR Ende Januar 2007 in Sydney. Dies ist jedenfalls die offizielle Verlautbarung der ISO. Ein konsensfähiger Working Draft scheint erreichbar. 335 Teilnehmer aus inzwischen 72 Länder beteiligten sich an den Diskussionen.
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2006, Oktober
BDI und BDA sehen ISO-Arbeiten in der Sackgasse. Statt an einer Standard Guideline würde nun doch an einem Management System gearbeitet, so der zentrale Vorwurf.
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2006, September
In den DIN Mitteilungen 9 /2006, die vom Beuth Verlag herausgegeben werden, kommentieren Verteter der im DIN zur ISO 26000 mitwirkenden deutschen Stakeholder von Industrie, Konsumenten und Wissenschaft die bisherigen ISO-Arbeiten.
  www.beuth.de

2005, Oktober
Zweites Treffen der Internationalen Working Group in Bangkok. Der Verbraucherbank organisiert einen pressewirksamen Eklat und sieht Blockadehaltungen auf Seiten der Industrie. In Bangkok einigte man sich auf die Inhaltsstruktur der zukünftigen Standard Guideline ISO 26000:
… Introduction
… Scope
… Normative references
… Terms and definitions
… The SR context in which all organizations operate
… SR principles relevant to organizations
… Guidance on core SR subjects/issues
… Guidance for organizations on implementing SR
… Guidance annexes
… Bibliography
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2005, März
Erstes Treffen der internationalen ISO Working Group on Social Responsibility in Salvador de Bahia. 300 Experten aus 40 Länder suchen mit magerem Ergebnis nach einer Arbeitsstruktur.

2004, Dezember
Das deutsche DIN beruft ein Spiegelgremium zur "Sozialen Verantwortung von Organisationen" ein. Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, NGOs, Wissenschaftler nehmen die Arbeit auf und stimmen dem New Work Item Proposal der ISO zu. Als Obmann der deutschen SR-Normer wird Hartmut Müller, Robert Bosch GmbH, gewählt. 

2004, Juni
Der Technische Lenkungsausschuss der ISO (ISO/TMB) beschließt am 28. Juni 2004, ein Norm-Projekt zur Erarbeitung von Leitlinien zur sozialen Verantwortung zu genehmigen. Ein sogenanntes New Work Item Proposal zur "Social Responsibility" (SR) wird verabschiedet.
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2004, April
Die von der ISO eingesetzte Beratergruppe legt am 30. April 2004 einen Abschlussbericht vor, der einen umfassenden Überblick über weltweit existierende CSR - Initiativen gibt und Handlungsempfehlungen für die ISO vorstellt.
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2004, März
BDA und BDI veröffentlichen ein Positionspapier zur Normierung von Social Responsibility
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2002, September
Die ISO hört Pro und Contra-Stimmen zur CSR-Normung und beruft eine Multi Stakeholder Advisory Group, um die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit eines internationalen Standards über CSR zu untersuchen.

2002, Juni
Das Präsidium des DIN lehnt einen Initiative zur Normung von CSR ab. Es unterstützt die schon zuvor als deutschen Standpunkt formulierte Auffassung, dass die Aufgaben und Strukturen der Unternehmen die Aktivitäten zur sozialen Verantwortlichkeit (Corporate Social Responsibility) bereits einschließen und ausreichend international erarbeitete Papiere, z. B. der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), als Bezugsdokumente vorliegen. 

2001
Die "ISO-Konsumentengruppe", das "Committee on consumer policy (ISO/COPOLCO)", identifiziert einen Bedarf an vergleichbaren und zuverlässigen Informationen über CSR-Aktivitäten. A forum was hosted by the Canadian office for consumer affairs and was set up to facilitate worldwide discussion of the possible role of standards in defining the elements of corporate social responsibility. It was designed to provide a mechanism for increasing awareness and promoting constructive discussion of new and existing corporate social responsibility initiatives and their relevance to existing or potential standards projects.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 5. August 2009 )
 
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imug Abend mit Thomas Jorberg - Vorstand GLS Bank

Am 11.02.2010 referierte Thomas Jorberg zum Thema „Ist der Sinn verloren gegangen? Bankgeschäft und Geldanlagen nach der Finanzkrise“ in der Werkstatt-Galerie Calenberg in Hannover.

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Aktuelle Studie Hannover Image

liefert Ausgangsbasis für strategische Marketingarbeit der Region Hannover.

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Kopenhagen und die DAX-Unternehmen

imug-Analyse bescheinigt Konzernen Handlungsbedarf

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imug fordert kritische Diskussion von Rohstoffinvestments

Mit der Veröffentlichung eines Positionspapier zu den ethischen Fragestellungen von Rohstoffinvestments fordert das imug eine kritische Auseinandersetzung nachhaltig orientierter Investoren zu dieser Form des Investments.
Das Papier kann hier heruntergeladen werden.

 

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